Als passionierter Segler ist man gezwungen, sich mit dem Wetter zu beschäftigen, nicht nur, wenn man segelt, sondern auch im restlichen Teil des Jahres, um die Kenntnisse halbwegs aktuell zu halten. Schließlich ist von der richtigen Beurteilung der Wetterlage durch den Skipper nicht nur sein Leben, sondern auch das Leben der Crew abhängig.
Ende 2007 kam ich auf die Idee, eine eigene Wetterstation zu installieren und besorgte mir eine Oregon Scientific WMR-928NX, die drahtlos alle Daten von den Sensoren empfängt, die flugs von mir auf dem Dach meines Wohnhauses installiert wurden. Da hat man als Dachgeschoßbewohner halt einen gewissen Vorteil, da die Reichweite der drahtlosen Übertragung doch ziemlich begrenzt ist.
Seit 20.März 2008 ist die Station online.
An Sensoren sind vorhanden: Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Feuchte, Temperatur, Luftdruck und Niederschlag. Es besteht freie Sicht nach allen Richtungen, was speziell bei der Messung der Windgeschwindigkeit wichtig ist, da hinter nahestehenden höheren Gebäuden Wirbel auftreten, die die Messergebnisse ziemlich verfälschen können.
Die Daten aus der Station (serielle Schnittstelle) habe ich zuerst mit einem Via Nehemiah Prozessor mit 800MHz und Weather Display Software weiterverarbeitet, der aber einen Großteil der Zeit mit 100% Last lief und damit für sonst nichts zu gebrauchen war. Also mußte die Software auf einen schnelleren PC übersiedeln, was aber wiederum zur Folge hatte, daß ich die seriellen Daten erstmal mit einem Com-Server in netzwerkfähige Datenpakete umwandeln mußte, da der neue PC nicht mehr am Ort der Wetterstation aufgestellt ist.
Kurzzeitig erfolgte die Datenverarbeitung durch einen "alten" Pentium III mit 1 GHz, der aber ebenso wie vorher der VIA bereits am Limit arbeitete, da er im Haus auch noch andere Überwachungsaufgaben zu erledigen hatte. Er lief zu ca. 80% der Zeit mit 100% Auslastung. Der Umstieg auf ein 3,2 GHz Pentium IV System mit 1GB RAM erfolgte Anfang Juni.
7.Juni 08: Das neue Mainboard ist eingebaut, der Umzug von Windows XP war vollkommen reibungslos. Inklusive Treiberinstallation und Umbau war alles in drei Stunden erledigt.
Nachdem der alte Rechner in der vergangenen Woche einige Male abgestürzt war, wohl wegen der hohen Auslastung, läuft jetzt alles wie am Schnürchen und die CPU-Last liegt im Schnitt nur bei ca. 17%. Lediglich wenn die Software jede Minute die neuen Wetterdateien schreibt, geht die Last für zwei Sekunden auf 100%, also alles im grünen Bereich!
Die Daten liegen direkt auf meinem Rechner, da ich viel weniger traffic verursache, wenn ich die Daten, immerhin ein paar hundert Kilobyte/Minute, nicht mittels FTP jede Minute zu meinem Provider auf meine Homepage übertrage. Daher der Zugang mittels Browser-Weiterleitung und dyndns.
30.August 08: Der Außensensor für Feuchtigkeit und Temperatur ist jetzt an der Nordseite, fast ständig sonnengeschützt, montiert, war allerdings etwas mühsam, weil ich mit der Leiter ein paar Meter außen am Steildach (Neigung über 60°) runtersteigen mußte, was im 5.Stock kein reines Vergnügen ist. Dafür sind die Werte, die bisher bei Sonne bis zu 3°C zu hoch lagen, jetzt genauer.
5.September 08: Da der Hygro- Thermosensor nicht besten Ergebnisse brachte, habe ich ein Gehäuse mit einem Strahlungsschutz konstruiert, um genauere Temperaturmessungen zu erhalten. Die Montage am Dach war wieder mühsam - siehe oben- aber die Werte sind jetzt OK.
2.Jänner 09: Neuerlicher Umzug des Systems auf eine HP Workstation 6200 mit zwei Xeon 3000 Prozessoren und 2 GB RAM, der Umzug war wieder problemlos und die Performance des Systems ist schlicht umwerfend.
21.August 2009: Sämtliche Wetterdaten liegen jetzt auf einer SSD von Transcend, der Grund dafür war, daß die Festplatten ohne die minütliche Datenübertragung weniger strapaziert werden.
15.August 2010: ich habe den Durchmesser des Regensensors vergrößert und damit die Auffangfläche verdoppelt. Die Regenmessung ist jetzt wesentlich genauer.
1.Mai 2011: Da die HP-Workstation sich als ziemlicher Stromfresser herausgestellt hat (beim Betrieb ist es innen fast so warm wie in einem Backrohr) ist ein Downgrade geplant und das System muß auf ein Intel Atom D525MW Board umziehen. Mal sehen, ob die 2x1,8 Ghz CPU die erforderliche Leistung bringt. Das System habe ich schon übersiedelt, diesmal nicht ganz reibungslos, da die neue Hardware doch stark von der bisherigen abweicht. Ich mußte mit Sysprep arbeiten und auch die Boot.ini hat den Zugriff auf das System erst nach ein paar Modifikationen erlaubt. In der kommenden Woche werde ich die Übersiedlung des gesamten Systems, inklusive zweier Webserver, beenden.
5.Mai 2011: Alles läuft wieder, kein ernstes Problem ist aufgetreten. Die CPU läuft mit knapp 20% Last tadellos. Mein Kabinett ist schlagartig kühler geworden und die HP Workstation wird jetzt nurmehr zu Video- und Musikbearbeitung genützt.
Claus Mossbauer
Zuletzt aktualisiert 07.05.2011